21.07.2022 18:00 Alter: 18 days

PROGRAMMIERFABRIK kauft Mehrheit an InfraSoft

"Freundliche Übernahme" stärkt Marktposition und bringt Synergien


Dvkfm. Heinz Tuma und Dipl.-Ing. Wilfried Seyruck (Copyright: wirlphoto)

Seit dem 19. Juli 2022 hat die InfraSoft Datenservice GesmbH einen neuen Mehrheitseigentümer: Die PROGRAMMIERFABRIK GmbH aus Linz übernimmt, vorbehaltlich der Zustimmung der Bundeswettbewerbsbehörde, 90 Prozent der Anteile am Wiener IT-Dienstleister. Nach dem unerwarteten Ab­leben von InfraSoft-Gründer, -Mehrheitseigentümer und -Geschäftsführer Peter Fleischmann im September vergangenen Jahres wurden damit die Weichen für die Weiterentwicklung des Unternehmens am Firmensitz mit allen 74 Mit­arbeiter*innen gestellt. InfraSoft-Geschäftsführer Heinz Tuma behält weiterhin zehn Prozent der Unternehmensanteile und bleibt operativ hauptverant­wortlich. Programmierfabrik-Geschäftsführer Wilfried Seyruck rückt in die Ge­schäftsführung von InfraSoft auf. Sowohl Tuma als auch Seyruck erwarten durch die Mehrheitsübernahme für beide Unternehmen eine Stärkung der Position am wettbewerbsintensiven Markt für IT-Dienstleistungen. Synergien erhofft man sich insbesondere hinsichtlich des Recruitings von Fachkräften und der Vereinheitlichung von Geschäftsprozessen. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart.

„Gemeinsam mit Wilfried Seyruck habe ich vergangenen Donnerstag alle Mit­arbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich über die neue Eigentümerstruktur informiert. Deren positive Reaktion unterstreicht, dass wir damit die Weichen für die Zukunft von InfraSoft richtig gestellt haben“, betont Geschäftsführer Heinz Tuma. Durch die Übernahme der Mehrheitsanteile durch die Programmierfabrik sei der Weiterbestand des Unternehmens in der Wiener Operngasse langfristig abge­sichert. „Es gab auch Interessenten, die InfraSoft gerne in ihr eigenes Unter­nehmen eingegliedert hätten“, sagt Tuma, der seit 2008 Gesellschafter und Ge­schäftsführer ist. Übernommen hat die Programmierfabrik jene 90 Prozent der InfraSoft-Anteile, die zuvor von Anna Fleischmann, der Gattin von Gründer Peter Fleischmann, sowie vom ausgeschiedenen Gründungsgesellschafter Klaus und dessen Gattin Andrea Rogetzer gehalten wurden. Die Programmierfabrik selbst ist zu 89,8 Prozent im Besitz der BHG Beteiligungsmanagement und Holding GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktien­gesellschaft.

Marktbegleiter bündeln Ihre Kräfte
Bei den Verkaufsverhandlungen, die bereits Ende 2021 aufgenommen wurden, hat der Umstand geholfen, dass sich die beiden Unternehmen als langjährige Markt­begleiter bestens kennen. „Wir arbeiten für manche gemeinsamen Kunden sogar seit Jahren intensiv zusammen. Dabei haben offensichtlich beide Unternehmen die Qualitäten des anderen kennen und schätzen gelernt“, betont Programmierfabrik-Geschäftsführer Wilfried Seyruck. Die 1988 gegründete InfraSoft Datenservice arbeitet als klassisches IT-Dienstleistungsunternehmen mit namhaften Partnern und Kunden in den Bereichen Entwicklung, Systemadministration, Organisation und Projektmanagement zusammen. Zuletzt wurde ein Umsatz von rund 8 Millionen Euro erzielt. Die Programmierfabrik wurde 1993 von Wilfried Seyruck gegründet und entwickelt als Systemhaus Standard-Software für Gemeinden und Pathologien von Krankenanstalten. Die Unterstützung bei der Entwicklung sowie der Wartung von Software- und Business-Intelligence-Lösungen ist eine weitere Säule des Geschäftsmodells. Die dritte ist die Entwicklung von Individual-Software auf Fest­preisbasis und die Bereitstellung von nicht selbst entwickelten Software-as-a-Service (SaaS) Lösungen für den HR-Bereich. Mit Standorten in Linz, Wien sowie im Softwarepark Hagenberg und insgesamt rund 140 Mitarbeiter*innen erzielte die Programmierfabrik im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 20 Millionen Euro.

Stärkere Markposition, schlagkräftiges Recruiting
Wien sei mit rund 50 Prozent aller in Österreich verfügbaren IT-Fachkräfte ein hochattraktiver Arbeitskräftemarkt, betont Wilfried Seyruck. Deshalb strebe man im Recruiting eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen an. „Wir sind zuversichtlich, dass die tiefe Verwurzelung von InfraSoft in der Wiener IT-Szene auch Rückenwind für die Fachkräftegewinnung der in Linz ansässigen Programmierfabrik bringen wird,“ sagt Seyruck. Sein neuer Geschäftsführer-Kollege Heinz Tuma sieht die Marktpositionen beider Unternehmen gestärkt. „Mit nunmehr insgesamt rund 210 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erhöht sich die Schlagkraft von InfraSoft und der Programmierfabrik bei Großprojekten deutlich. Da wir schon bisher bei gemeinsamen Projekten gut kooperiert haben, sind wir in der neuen Konstellation für neue Aufgaben hervorragend aufgestellt.“